Neurologische Augensymptome sind Augenanomalien oder Sehstörungen, die durch eine Erkrankung des Nervensystems verursacht werden. Dabei kann es sich um eine Erkrankung des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark) handeln, wie z. B. Multiple Sklerose (MS), oder um eine Erkrankung des Sehnervs, wie z. B. eine Nervenentzündung (Neuritis). Einige Symptome können auch durch eine Augenerkrankung (Ophthalmie genannt) verursacht werden, wie z. B. der Katarakt (eine Linse, die trüb wird). Dieser Zustand verursacht verschwommenes Sehen.

Bei neurologischen Augensymptomen ist nicht das Auge selbst geschädigt, sondern die Sehnerven oder die für das Sehen zuständigen Gehirnzentren.

Wie erkennt man neurologisch bedingte Sehstörungen?

Es handelt sich in der Regel um eine Veränderung der Fähigkeit, Bilddetails zu sehen (Sehschärfe), des Gesichtsfelds, der Augenbewegung, der Pupillengröße und der Reaktion auf Licht. Es kann sich auch um eine Art von Augenlidlähmung handeln. Typische Symptome für die Überweisung in eine neurologische Klinik zur Diagnose und Therapie, sind:

  • Verminderte Sehschärfe: Das Sehen ist verschwommen und ein scharfes Bild kann nicht mehr wahrgenommen werden. Das Problem kann ein oder beide Augen betreffen. Manchmal wird es zufällig bemerkt: ein Auge ist abgedeckt und das andere wird als unscharf wahrgenommen.
    Der Ausbruch kann plötzlich erfolgen. Die Ursache des Problems ist meist eine Schädigung des Sehnervs aufgrund einer schlechten Durchblutung.
    Es kann sich auch über ein paar Tage hinweg zunehmend verschlimmern, was auf eine Infektion hindeutet. Die Ursache für eine sehr allmähliche Sehverschlechterung ist oft eine Kompression des Sehnervs, zum Beispiel durch einen Tumor.
  • Ungleiche Pupillengröße: Es kommt vor, dass eine Pupille größer ist als die andere. Wenn kein Zustand vorliegt, der das Problem verursacht, spricht man von physiologischer Anisokorie. Dies tritt bei 2 von 10 Personen in der Allgemeinbevölkerung auf. Normalerweise zieht sich die Pupille zusammen, wenn Licht in das Auge fällt. Dies wird als Pupillenreflex bezeichnet. Normalerweise sollte dieser Reflex für beide Pupillen identisch sein. Bei einem ungleichen Pupillenreflex reagiert eine Pupille gut und die andere schlecht auf Licht. Es kann auch sein, dass ein Auge überhaupt nicht reagiert. Eine ungleichmäßige Reaktion kann auf eine Durchblutungsstörung, eine Nervenschädigung oder eine Hirnschädigung hinweisen, die einen erhöhten Druck im Gehirn verursacht. Dieses Problem wird oft von Doppeltsehen (Diplopie) begleitet. Einige Augentropfen und Pflanzengifte können den Pupillenreflex beeinflussen.
  • Doppeltsehen: Der Patient sieht alles doppelt. Das Problem kann das Sehen auf einem oder beiden Augen betreffen. Eine Unterscheidung ist möglich, indem ein Auge nacheinander abgedeckt wird. Manche Menschen haben auch aufgrund eines bestimmten Ermüdungszustandes Doppeltsehen. Dies tritt nicht immer auf.
  • Augenlähmung: Diese wird durch den Ausfall eines der Sehnerven verursacht, die für die Bewegung des Auges (und der Augenlider) und die Kontraktion der Pupille verantwortlich sind. Das Problem wird meist durch einen kleinen Infarkt oder eine Wunde verursacht.
  • Papillenödem: Die Papille ist die Ausstülpung des Sehnervs an der Rückseite des Auges. Durch erhöhten Druck (z. B. durch einen Tumor), Sauerstoffmangel (z. B. durch Durchblutungsstörungen) oder Infektionen kann sich Flüssigkeit in den Nervenfasern ansammeln, wodurch der Sehnervenkopf anschwillt. Dies wird als Papillenödem bezeichnet. Verschwommenes Sehen ist das Hauptsymptom der Erkrankung. Der Patient kann auch Kopfschmerzen, Übelkeit oder vermindertes Bewusstsein verspüren. Aber manchmal gibt es überhaupt keine Symptome, sodass die Erkrankung erst später diagnostiziert wird.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Bei neurologischen Augensymptomen werden der Augenarzt und auch der Neurologe den Patienten untersuchen. Sie werden die Augen und ihre Bewegungen sowie die Pupillenreflexe sorgfältig untersuchen. In einigen Fällen wird der Arzt Tropfen in das Auge geben, um die Pupille zu erweitern, damit er diese besser betrachten kann. Falls erforderlich, wird der Arzt auch eine CT- oder MRT-Untersuchung des Gehirns durchführen.

Kategorien: Augenmedizin

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